AMTOR
ARQ (automatic-repeat-request) und
FEC (forward-error-correction).
Seit Anfang der 80er Jahre wurde zunehmend für
Amateur-Funkfernschreiben das AMTOR Verfahren eingesetzt. Die Funkübertragung
gleicht dem im Seefunk üblichen Fernschreibverkehr mit Schiffen. Die
empfangende Station sendet dabei laufend Quittungszeichen. Störungen werden
größtenteils erkannt und nach Rückfragen automatisch korrigiert. Dieses
Verfahren wird deswegen ARQ genannt (automatic request
= automatische Rückfrage). Kann die Gegenstation nicht senden, weil man
beispielsweise einen CQ-Ruf an alle sendet, wird statt auf Rückfragezeichen zu
hören, die Sendung redundant ausgestrahlt. Dieses Verfahren heißt FEC (forward
error correction).
Der 5-Bit-Baudot-Code von RTTY wurde um 2 Bit zur
Fehlerkorrektur erweitert, der Zeichensatz ist demgemäss stark eingeschränkt.
AMTOR ist inzwischen veraltet und wird nur noch
selten eingesetzt.
Typischer Sound eines
AMTOR-ARQ-Signals
Clover
Hauptunterschied
gegenüber anderen bekannten Verfahren für die Datenübertragung auf Kurzwelle
sind die Anwendungen von mehreren Verschiedenen Modulationsverfahren, die
entsprechend den Eigenschaften der KW-Ausbreitungsbedingungen optimal
ausgewählt werden, sowie die Verwendung eines fehlerkorrigierenden Codes.
Darüber hinaus besteht die bei fast allen anderen Verfahren die Möglichkeit zur
automatischen Rückfrage, falls die Fehler die Fähigkeiten zur Korrektur
überschreiten (ARQ).
Für dieses aufwendige Verfahren ist ein DSP Prozessor notwendig.
Vorteile von Clover
- praktisch fehlerfreie Datenübertragung
- echte binäre Datenübertragung Groß- Kleinschreibung und Sonderzeichen möglich
- automatische Anpassung der Modulationsart und des Fehlerkorrekturverfahrens
an die Übertragungsstrecke
- sehr hohe Übertragungsraten bei gutem Kanal
- Max. 500 Hz Bandbreite
Typischer Sound eines
HAM-Clover-Signals
G-TOR
G-TOR
war seit 1994 ein Verfahren zur Datenübermittlung über Kurzwellen. Der Name
G-TOR wurde vom verwendeten Fehlerkorrekturverfahren nach M. J. E. Golay
abgeleitet. Die Entwickler schufen ein neues Protokoll, das dem PACTOR-1 System
ähnlich ist, jedoch viele Neuerungen aufweist. Die beiden Verfahren sind nicht
kompatibel. G-TOR benützt neben dem Golay Fehlerkorrekturverfahren im
Vorwärtspfad auch sog. "full frame data interleaving",
"run-length" Kompression, Datenkompression für Gross- und
Kleinbuchstaben, fehlertolerante Quittungszeichen, etc. Das neue Verfahren
gestattet schnelle und fehlerfreie Übermittlung von Daten über eine
Kurzwellenverbindung.
Vorteile von G-TOR
- Fehlerfreie Datenübertragung
- Echte binäre Datenübertragung Gross- Kleinschreibung und Sonderzeichen
möglich
- Automatische Anpassung der Übertragungsgeschwindigkeit an die Qualität der
KW-Verbindung mit 100, 200 oder 300 Baud
- Datenkompression bei Übertragung von Text
- Fehlererkennungs und Korrekturmethode nach Golay
- Resistent gegen "burst errors" durch Verschachtelung der Daten
innerhalb der Blöcke
- Mitlesemöglichkeit
- Fehlertolerante Quittungszeichen
- "run lenght" Datenkompression bedeutet weniger Zeichen bei Grafik
(Striche)
©
Januar 2004 Hans-Jürgen Barthen, DL5DI