AMTOR

AMTOR wurde in den 70er Jahren vom kommerziellen SITOR abgeleitet. Es handelt es sich um ein synchrones 100-Baud System mit zwei primären Betriebsarten:

ARQ (automatic-repeat-request) und

FEC (forward-error-correction).

Seit Anfang der 80er Jahre wurde zunehmend für Amateur-Funkfernschreiben das AMTOR Verfahren eingesetzt. Die Funkübertragung gleicht dem im Seefunk üblichen Fernschreibverkehr mit Schiffen. Die empfangende Station sendet dabei laufend Quittungszeichen. Störungen werden größtenteils erkannt und nach Rückfragen automatisch korrigiert. Dieses Verfahren wird deswegen ARQ genannt (automatic request = automatische Rückfrage). Kann die Gegenstation nicht senden, weil man beispielsweise einen CQ-Ruf an alle sendet, wird statt auf Rückfragezeichen zu hören, die Sendung redundant ausgestrahlt. Dieses Verfahren heißt FEC (forward error correction).

Der 5-Bit-Baudot-Code von RTTY wurde um 2 Bit zur Fehlerkorrektur erweitert, der Zeichensatz ist demgemäss stark eingeschränkt.

AMTOR ist inzwischen veraltet und wird nur noch selten eingesetzt.

 

 Typischer Sound eines AMTOR-ARQ-Signals
 
 
 

Clover

Hauptunterschied gegenüber anderen bekannten Verfahren für die Datenübertragung auf Kurzwelle sind die Anwendungen von mehreren Verschiedenen Modulationsverfahren, die entsprechend den Eigenschaften der KW-Ausbreitungsbedingungen optimal ausgewählt werden, sowie die Verwendung eines fehlerkorrigierenden Codes. Darüber hinaus besteht die bei fast allen anderen Verfahren die Möglichkeit zur automatischen Rückfrage, falls die Fehler die Fähigkeiten zur Korrektur überschreiten (ARQ).
Für dieses aufwendige Verfahren ist ein DSP Prozessor notwendig.

Vorteile von Clover
- praktisch fehlerfreie Datenübertragung
- echte binäre Datenübertragung Groß- Kleinschreibung und Sonderzeichen möglich
- automatische Anpassung der Modulationsart und des Fehlerkorrekturverfahrens an die Übertragungsstrecke
- sehr hohe Übertragungsraten bei gutem Kanal
- Max. 500 Hz Bandbreite

 

 Typischer Sound eines HAM-Clover-Signals
 

G-TOR

G-TOR war seit 1994 ein Verfahren zur Datenübermittlung über Kurzwellen. Der Name G-TOR wurde vom verwendeten Fehlerkorrekturverfahren nach M. J. E. Golay abgeleitet. Die Entwickler schufen ein neues Protokoll, das dem PACTOR-1 System ähnlich ist, jedoch viele Neuerungen aufweist. Die beiden Verfahren sind nicht kompatibel. G-TOR benützt neben dem Golay Fehlerkorrekturverfahren im Vorwärtspfad auch sog. "full frame data interleaving", "run-length" Kompression, Datenkompression für Gross- und Kleinbuchstaben, fehlertolerante Quittungszeichen, etc. Das neue Verfahren gestattet schnelle und fehlerfreie Übermittlung von Daten über eine Kurzwellenverbindung.

Vorteile von G-TOR
- Fehlerfreie Datenübertragung
- Echte binäre Datenübertragung Gross- Kleinschreibung und Sonderzeichen möglich
- Automatische Anpassung der Übertragungsgeschwindigkeit an die Qualität der KW-Verbindung mit 100, 200 oder 300 Baud
- Datenkompression bei Übertragung von Text
- Fehlererkennungs und Korrekturmethode nach Golay
- Resistent gegen "burst errors" durch Verschachtelung der Daten innerhalb der Blöcke
- Mitlesemöglichkeit
- Fehlertolerante Quittungszeichen
- "run lenght" Datenkompression bedeutet weniger Zeichen bei Grafik (Striche)

 

 

 

© Januar 2004 Hans-Jürgen Barthen, DL5DI