Packet Radio
Diese
Betriebsart gehört zur Kategorie Funkfernschreiben, enthält aber ein
Fehler-korrigierendes Übertragungs-Protokoll. Die Nutzdaten (Infoframes) werden
paketweise übertragen. Anhand einer Prüfsumme wird dann ermittelt, ob alle
Pakete ohne Fehler übertragen wurden, gegebenenfalls fehlerhafte Teile werden
neu angefordert.
Packet-Radio nutzt das AX.25-Protokoll, es ist dem drahtgebundenen
Datenprotokoll X.25 sehr ähnlich, aber an funkspezifische Bedingungen angepasst
(Timerwerte, Rufzeichen in
Headern etc).
In
der klassischen Anwendung werden die zu übertragenden Daten von einem Terminal
(PC-Software) über eine Schnittstelle an einen Terminal-Node-Controller (TNC)
übergeben, der diese Daten wiederum aufbereitet und als Bitfolge in Päckchen
definierter Länge an ein Modem weitergibt. Dieses Modem setzt die Bits in Töne
unterschiedlicher Frequenz um, die auf den Modulatoreingang eines Funkgerätes
gegeben werden. Bei der Gegenstation setzt ein Modem die empfangenen Töne in
logische Nullen und Einsen um, die im TNC decodiert und als Daten am Terminal
dargestellt oder abgespeichert werden.
Können
sich zwei Stationen gegenseitig nicht hören, ist die Verbindung über einen
Digipeater möglich. Mehrere Digipeater können in einem Netz miteinander
verbunden sein, so dass Verbindungen auch über sehr große Entfernungen möglich
sind. In Mailboxen können Nachrichten und allgemeine Informationen gespeichert
werden, auf die im Prinzip jeder Funkamateur über das Netz zugreifen kann.
Packet-Radio ist vor allem eine Betriebsart für die UKW-Bänder, wird aber auch
auf Kurzwelle durchgeführt. Da das verwendete Protokoll nicht für die starken
Störungen auf KW konzipiert ist, ist mit entsprechend häufigen Wiederholungen
und damit niedrigem Durchsatz zu rechnen.
Aktivitätsfrequenzen
auf KW : 14089-14099, 14101-14112, 29210-29290 kHz.
Es können Textdateien, aber auch Bilder und Programme in
Binärformaten übertragen werden.
Die Datenübertragungsraten liegen zwischen 300 Baud auf den
Kurzwellenbändern, 1200 und 9600 Baud auf den Digipeater-Zugangsfrequenzen,
über 76800 Bit/Sek auf verschiedenen Hochfrequenz-Userzugängen und Linkstrecken
zwischen Digipeatern bis zu mehreren Megabyte pro Sekunden auf verschiedenen
Teststrecken in Gigahertz-Frequenzbändern mit ausreichend Kanalbandbreiten.
Ein Homecomputer ist erforderlich, um komfortabel Packet-Radio nutzen zu
können, allerdings sind die Ansprüche an die Rechenleistung nicht sehr hoch.
Das Packet-Radio-Netz ist weltumspannend aufgebaut, nahezu jeder
Punkt der Erde kann über Kurzwellen-Packet-Radio-Digipeater,
Pactor<=>Packet-Radio-GateWays, mittels Satelliten und über
Internet-Verbindungen erreicht werden. Natürlich entstehen durch die
Entwicklung und den Betrieb des Netzes enorme Kosten, die jedoch zum Teil aus
Spenden der Nutzer und num Teil aus dem Privatvermögen der Genehmigungsinhaber
getragen werden.
Es ist möglich, Daten nach dem Internet-Protokoll (TCP/IP) zu
übertragen. So kann Packet-Radio genauso wie das Internet genutzt werden, es
ist sogar ein offizieller Teil davon, der aber nur von Funkamateuren genutzt
werden darf. Interessant wird dieses HAMWEB erst ab einer mögliche Baudrate von
9600 Bit/sec.
Auch Sprachübertragung ist per Packet-Radio möglich,
indem die Audiodaten stark komprimiert und dann binär in das AX25-Protokoll
verpackt und verschickt werden. Ist die mögliche Datenrate hoch genug, kann
annähernde Echtzeitübertragung stattfinden !
In
der Regel ist Packet-Radio ein verbindungsorientiertes Verfahren, das Protokoll
wird zwischen 2 miteinander verbundenen Stationen ausgetauscht. Es gibt jedoch
einen Unproto-Modus, der Aussendungen in Form von Rundsendungen erlaubt.
Hiermit können z.B. Baken, Meldungen von DX-Clustern und Positions-Meldungen
(APRS) verbindungslos ausgestrahlt und von mehreren Stationen aufgenommen
werden.
Ausrüstung
Computer oder Terminal
TNC oder Modem oder Soundkarte mit Treiber
Terminal-Programm
Funkgerät
(Quelle: http://homepage.swissonline.ch/cbgarage/packet.html)
Typischer Sound eines 1200Baud-AFSK-Packet-Radio-Signals