From: dl5di%db0lj.bbs@db0lj.ampr.org Newsgroups: ampr.de.regional.myktcp Distribution: ampr Subject: TCP/IP bei DB0LJ, Teil 3: Einrichtung TCP/IP Message-ID: Date: Sat, 02 Mar 2002 16:02 UTC X-Forwarded: db0lj.ampr.org by DPBOX2RFC (dl5di,20020219) Path: db0lj.ampr.org!!db0lj! Lines: 268 Xref: db0lj.ampr.org ampr.de.regional.myktcp:981 Date: Sat, 02 Mar 2002 16:46:31 +0100 From: dl5di@db0lj.ampr.org To: LOKAL BID: <200203021601.RAA00723@db0lj.ampr.org> X-Forwarded: db0lj.ampr.org, 02.03.2002 16:01 by rfc2dpbox (dl5di,20010608) 3. Einrichtung von TCP/IP fuer Packet-Radio: Das alles war anfangs nicht so einfach, ich mach das schon viele Jahre, lange bevor es LinuX gab oder PCFlex fuer Windows, zuerst unter DOS und OS/2 und ich hab so manche Stunde daran rumgebastelt mit mehr oder weniger grossem Erfolg. Zu der Zeit musste der Protokoll-Stack fuer TCP/IP zu dem Betriebssystem oft zusaetzlich teuer zugekauft und installiert werden. Sowas schreckt so manchen ab. Mit der ganzen Internet-Euphorie ist das aber alles inzwischen viel leichter geworden. Der TCP/IP-Protokollstack gehoert heute in der Regel mit zum Betriebssystem, man braucht ihn wie eingangs geschrieben auch fuer den Internet- Zugang und den erwartet man heute von jedem modernen Betriebssystem. Bei Windows ist ab Win95 TCP/IP mit dabei. Man muss nun TCP/IP "nur noch" fuer Packet-Radio nutzbar machen und richtig konfigurieren. Inzwischen gibt es dafuer einige gaengige und recht einfache Moeglichkeiten, einmal mit LinuX, da wird das bereits vom Betriebssystem her ermoeglicht, oder fuer die vielen Windows-Benutzer mit der Software PCFlex oder dem ganz aehnlichem AGWPE. Wer gar ein TNC3 oder TNC4 mit XNet verwendet ist noch besser dran, XNet beinhaltet einen IP-Router. Ich selbst setze LinuX auf dem Server ein und PCFlex32 unter Windows auf mehreren anderen PCs. LinuX moechte ich hier aussen vor lassen, ich denke dazu gibt es genug Doku, die mit LinuX und dessen AX25-Tools mitgeliefert wird, im Zweifelsfall einfach mal bei den docs der Distributionen gucken, lesen hilft und bildet, hi und jeder weiss was RTFM bedeutet. Ausserdem haben die meisten LinuX-User Internet- Zugang und finden dort viele weitere Infos und Tips. Schwieriger haben es da die Windows-Benutzer, denn dort wird die Doku nicht mitgeliefert und man muss sich das oft muehsam zusammensuchen. Fuer Windows-User kann ich derzeit nur fuer PCFlex sprechen, AGWPE hab ich selbst noch nicht getestet, wenn ich etwas dazu finde, was ueber die Dokumentation hinausgeht schieb ich es noch nach, die Doku liegt im Fileserver bei DB0LJ-8 und in den beiden Webservern. Bei PCFlex gibt es 2 Versionen, - PCFlex (oder Flexnet fuer PC), das ist eine 16-Bit- Version fuer aeltere DOS- und Windows-Rechner. Hierbei ist einiges manuell zu konfigurieren und an config.sys und autoexec.bat zu aendern, es ist in der Doku beschrieben. Aehnliches gilt meines Wissens auch fuer AGWPE. - PCFlex32 ist die Version fuer 32Bit-Systeme, also Windows ab Version Win95. Die Installation ist sehr einfach, Plug&Play, im wesentlichen das Archiv auspacken und starten. PCFlex, egal welche Version, stellt zunaechst eine Protokoll-Plattform zur Verfuegung fuer AX25, man kann damit verschiedenste Modems nutzen. Es gibt Treiber fuer verschiedene TNCs, 6Pack, fuer EPPFlex-Modems, fuer Soundblaster, USCC-Karten, fuer die AATiS-Modems und vieles, vieles mehr. Ausserdem bekommt man unter PCFlex eine weitere Netzwerk-Schnittstelle im Rechner angeboten, genau als wenn man eine DFUe- Verbindung ueber Modem oder ISDN-Karte installiert haette. Ueber diese "PCFlex-Netzwerkkarte" laeuft dann das "Internet des Funkamateurs", man kann darueber surfen und alles genauso machen, wie im Internet. Man benutzt auch die Software, die man im Internet nutzt, den Browser, egal ob Netscape, Internet Explorer oder sonst einer, EMail-Programme, den WinCommander z.B. fuer FTP oder was einem sonst noch so gefaellt ohne jede Modifikation. Vielleicht kommt man in Kuerze auch in den Convers mit dem normalen Chat-/ IRC-Client, den man im Internet nutzt, der bei DB0LJ-12 im wwconvers laufende SAUPP-Convers sollte es bald koennen. Die Geschwindigkeit der ganzen Dinge haengt natuerlich von den Linkstrecken und den Entfernungen ab, auf einem 1200 Baud Zugang eines Digipeaters wird das wenig Spass machen, es sollten schon 9600 Baud sein, wer mehr in der Naehe hat, ist dmait sehr gut bedient. Wir haben hier bei DB0LJ und DB0QT beide Digis mit 9600 Baud-Zugaengen ausgeruestet und untereinander mit 76k8 vernetzt. Die Digipeater laufen mit XNet auf TNC3 und TNC4, sind damit selbst ohne einen weiteren angebundenen Server TCP/IP-faehig, damit kann man z.B. auch die normalen Digipeaterfunktionen als User ueber einen Browser nutzen und dort die Linklisten etc. im Web abrufen. Jeder findet Beispiele mit Online-Zugriff auf die Digipeater, die tatsaechlich auch ueber Funkstrecken laufen, auf unserer Internet- und HamWeb-Homepage (Adresse am Ende). Der Interlink zwischen DB0LJ und DB0QT macht 76800 Baud, 614400 Baud sind geplant, das ist schon jetzt schneller als manch eine Modem- verbindung ins Internet, man muss sie sich natuerlich mit anderen teilen (aber das lernen PLC-User auch noch im Internet, falls es so weit ueberhaupt kommt). Ueber Packet ist anders als im Internet alles kostenlos und regt zum Experimentieren an und das ist Sinn unseres Hobbys. Was die Installation von PCFlex32 angeht moechte ich hier die Anleitung von Thomas, DO3PB von der K40-Homepage einfuegen. Wer Internet-Zugang hat, findet dort die Erlaeuterungen mit Screen-Shots: ######### DO3PB: ######### Hinweis vorneweg: Diese Installation macht nur Sinn, wenn man ein TNC hat, das 6PACK unterstuetzt (z.B. TNC2multi)! Das TNC2multi muss natuerlich auch erstmal in den 6PACK-Modus gebracht werden! Zuerst einmal braucht ihr fuer die Windows-Installation das Programm Flex32 der FlexNet Gruppe. Dieses findet ihr hier. Bitte beachtet die Lizenzbestimmungen zu dem Programm, guckt einfach mal auf deren Homepage http://www.afthd.tu-darmstadt.de/~flexnet nach. Diese Programme muessen entzippt werden und dann sollte das Hauptprogramm "flexctl.exe" in dem Verzeichnis gestartet werden. Wir muessen jetzt unter "Tools" in "Parameters" gehen, im neuen Fenster auf die Null doppelklicken und in dem sich oeffnenden Fenster "6PACK" auswaehlen. Das duerfte so weit selbsterklaerend sein. "Device count" bleibt auf 1 stehen und "Full Duplex" bleibt aus! Ist das alles geschafft, sollte man im Hauptfenster unter "Tools/Trace" die ersten Pakete vom Digipeater sehen. Jetzt kann man mit Programmen wie Paxon schon erste Verbindungen zum Digi machen. Aber jetzt gehts erst richtig los: Oeffnet die Systemsteuerung und dort "Netzwerk". Klickt auf "Hinzufuegen", dann auf "Netzwerkkarte" und nochmal auf "Hinzufuegen". Jetzt klickt ihr auf "Diskette" und dann geht in das Verzeichnis von Flex32 und waehlt die Datei "ipax.inf" aus und klickt "OK". Jetzt habt ihr in der Liste der Netzwerkkarten "FlexNet IP -> AX.25" und "TCP/IP -> FlexNet IP -> AX25". Zweiteres waehlt ihr aus und klickt auf Eigenschaften. In diesem Dialog sagt ihr "IP-Adresse festlegen" und gebt Eure hoffentlich schon vorhandene IP-Adresse ein und als "Subnet Mask" "255.255.255.0". Im Reiter "Gateway" tragt ihr die IP-Adresse des n=F3chsten HamWeb-Servers ein (in der Region um K40 ist das 44.130.42.3 fuer db0lj und 44.130.42.200 fuer db0qt). Bei "DNS-Konfiguration sagt ihr DNS aktivieren und gebt bei "Host" euer Rufzeichen ein. Bei "Suchreihenfolge fuer DNS-Server" gebt ihr wiederum die IP-Adresse des naechsten Servers ein (Konfiguration in der Region K40: siehe oben). "Suchreihenfolge fuer Domaenensuffix" ist "ampr.org". Im Reiter "Erweitert" stellt ihr sicher, dass "Als Standardprotokoll definieren" NICHT aktiviert ist und bei "Bindungen" nehmt ihr alle Haekchen heraus. Daraufhin kommt eine Warnmeldung von Windows, die ihr mit Nein bestoetigen k=F3nnt. Jetzt geht ihr wieder zurueck ins Flexnet- Hauptprogramm: Geht in "Tools/IP routes" und klickt oben in der Statusleiste auf das schwarze Plus. Jetzt gebt ihr nochmal die IP des n=F3chsten Hamweb-Server ein und unten den Pfad dort hin. "Virtual Circuit" kann so bleiben. ######### Ende DO3PB ######## Anmerkungen dazu: 6Pack-Eproms kann ich fuer TNC2 gerne auf Anfrage brennen, fuers TNC3/4 gibt es downloadbare 6Pack-Treiber in unseren File- und Webservern. Bevor nicht wenigstens ein Ping klappt, sollte man sich mit der Installation der Anwendungen erst gar nicht beschaeftigen. Man geht dazu in ein DOS-Fenster oder unter START/Ausfuehren und gibt ein: "ping 44.130.42.3" das ist die IP-Adresse von db0lj. Nach wenigen Sekunden sollte man die Echos von db0lj sehen und die Laufzeit dahinter. Wenn das klappt ist TCP/IP fuer Packet-Radio funktionsfaehig installiert, damit die Grundlage fuer alle moeglichen AmprNet-Anwendungen geschaffen. Herzlichen Glueckwunsch, weiter geht es in Teil 4. 73 de Hans-Juergen, DL5DI AX-BBS: db0lj.deu.eu Amprnet/Internet: dl5di@db0lj.ampr.org Homepage: http://dl5di.db0lj.de Besuch auch die Homepage der Packet-Radio-Gruppe-Mittelrhein e.V. HamWeb: http://db0lj.ampr.org Internet: http://www.db0lj.de